Sonntag, 28. Oktober 2007

England Trip - 1st Publishing



Hallo alle miteinander,

nun endlich komme ich zwischen Arbeiten, Arbeiten, ins Pub gehen, Visitors empfangen und Arbeiten auch mal dazu, meinen Blog zu eröffnen und zu erzählen, wie es mir bislang hier in England ergangen ist und ergeht, was bislang mehr oder weniger Spektakuläres passiert ist, wie die Arbeit bei McLaren und meine Kollegen sind und und und ...

Vorweg seien 2 Dinge gesagt:

1. Ja, ich fange über die Zeit, in der ich hier bin, nun doch an, meinen eigenen Blog zu schreiben - entgegen dem, was ich vorher sagte (hallo Mama). :) - Es wären effektiv zu viele Impressionen und Erfahrungen, die ansonsten verloren gehen würden.



2. Ich habe bislang meinen Bericht per Email an dutzende Freunde, Angehörige usw. versendet, werde dieses aber nun auf diesen, meinen Blog verlagern, so dass alle Personen nicht nur meine Veröffentlichungen lesen, sondern auch unmittelbar im Anschluss hier dazu, genauso wie zu Kommentaren anderer Stellung nehmen können. Ergo wird es von nun an keine Rundmails mehr geben. Somit sollte das Problem, dass meine Email in vielen SPAMfiltern hängengeblieben ist, da diese wie gesagt an recht viele Emailadressen gleichzeitig versendet wurde, ebenfalls gelöst sein.

Fair enough! Hallo und herzlich wilkommen nochmals zu Carstens little Blog über 6.5 Monate Auslandspraktikum im Logistics Department bei McLaren Automotive Ltd. (McLaren Group) in Woking, Surrey, England. Wie soll ich anfangen ... Wahrscheinlich am sinnvollsten - richtig - von vorne zu beginnen.

Mein Praktikum begann am Montag, den 13. August 2007 und endet voraussichtlich am Freitag, 29. Februar 2008 (Schaltjahr! ;)). Da ich Gott sei Dank in den Wochen vorher bereits viel mit McLaren, meinem zukünftigen Chef und den derzeitigen Logistics Interns (Praktikanten) in Kontakt stand und mir einige Wochen vorher bereits von Nicolas, einem der Praktikanten ein Zimmer nahe meiner Arbeit angeboten und als verhältnismäßiges „Schnäppchen“ angepriesen wurde, hatte sich für mich die Suche nach einer Bleibe und alle damit verbundenen Komplikationen erübrigt. Wie sich später herausstellen sollte, war dieses Zimmer tatsächlich ein sehr guter Entschluss, aber dazu später mehr.

Da das Praktikum wie meist üblich an einem Montag beginnen sollte, entschied ich mich, am Samstag zuvor, 11.August 2007, nach England zu fahren, um so keinen wirklichen Stress mit Zeitnot oder ähnlichen Probleme auf meiner Reise zu haben. Zudem konnte ich mich so noch 1.5 Tage „einleben“ und mit allem ein bisschen vertraut machen, bevor mein Praktikum losgehen würde. Ich entschied mich übrigens, auf Anraten der Praktikanten mit dem Auto anzureisen, um flexibler zu sein – auch was das Bereisen des Umlandes angeht, z.B. die Küstenregionen (ca. 1-1.5 Std.) oder London (30 Min.). Da mein Golf auf Gas umgerüstet ist, bot sich diese Mgklt. zudem sehr an.

Nun fuhr ich also samstags morgens früh im August los, um von Deutschland über die Niederlande, Belgien und Frankreich über den Ärmelkanal bis nach England mit dem Auto zu fahren (bzw. der Fähre) – 600 Kilometer, wie sich lt. Navi und Map24 herausstellte. Ich hatte vom Gefühl her mit deutlich mehr gerechnet. Mein Ziel war nun um halb 8 morgens, von Neuss aus erstmal nach Calais zu kommen, da meine bereits im Voraus gebuchte Fähre planmäßig um 12.45 ging und man mind. 30 Min. vorher da zu sein hatte, um auch auf die Fähre zu kommen. Kein Problem, dachte ich mir – und behielt Recht. Nach den gemeisterten Niederlanden (schließlich studiere ich in Holland ;)), 3 kleinen Verfahrern in Belgien und einer wiederum lupenreinen Performance in Frankreich reihte ich mich schlussendlich um 11.50 in Calais in der Schlange zu meiner Fähre ein, um um 12.40 Dt. Zeit mit 10-minütiger Verspätung abzulegen, mit Ziel auf Dover. Das Wetter war sonnig-frisch und wie dafür gemacht, eine Stunde auf dem oberen Deck in der Sonne auf See zu verbringen. Um zwanzig nach Eins British Time (Eine Stunde vor Dt. Zeit) legten wir in Dover an und die ersten Autos fuhren von Bord. 10 Min. später – stand ich noch immer auf der Fähre und wartete, bis auch die letzten Autos vor mir von Bord dieser gigantischen Transportmittel fuhren, damit ich als einer der letzten 3 Personen mit Autos von Deck endlich aufs Festland konnte. J Weitere 20 Minuten später – stand ich noch immer in der Schlange von Autos, die von dieser Fähre runter und nach England wollten, nun aber wenigstens schon mal auf der Insel. Wie gut, dass ich keine Zeitnot hatte. ;) Die Stereotype über Engländer und ihre Gewohnheiten, sich anzustellen, Schlangen zu bilden und zu warten machte sich irgendwie bereits bemerkbar. Nun, als es dann endlich weiter ging, fuhr ich noch ca. 1.5 Std. von Dover (Südosten Englands) nach Woking (Süden) und war nach einer Gesamtzeit von ca. 8 Stunden inkl. gut 1 Std. Fährfahrt an meinem Ziel und meiner neuen Heimat für die kommenden 6.5 Monate angekommen: Das Haus meiner Gastfamilie. Verabredet war ca. 15.00 Uhr, ich war um 15.15 Uhr da, also alles wunderbar.

Bereits von vorne herein war ich angenehm überrascht, dass meine Gastfamilie, bestehend aus Julia, meiner Landlady (Vermieterin), arbeitet seit kurzem Zuhause und macht die Buchhaltung für verschiedene Unternehmen, ihrem Sohn Simon, 20, grob umrissen IT-Arbeiter im Underground bei den Tubes und Lucy, ihrer Tochter, die fertig studiert hat und jetzt irgendwas im Marketingbereich macht, 25 ist, allerdings nicht mehr zuhause, sondern bei ihrem Freund wohnt, in einer sehr schönen Gegend zu wohnen schien. Eine ruhige, naturbelassene Siedlung mit schönen Einfamilienhäusern. Nachdem ich ausgestiegen war und mich erst einmal gestreckt hatte, suchte ich vor der großen Holztüre des Hauses ein Weilchen vergeblich nach der Klingel. In der Tat! Hier machte man sich für die Hausherren wirklich noch mit dem schwarzen Türklopfer bemerkbar, der die Mitte der Türe zierte

Kaum hatte sich die Türe geöffnet, stand ich nach kurzem Weg durchs Haus auch schon mit Julia im Garten, die mich mit Lucy bekannt machte. Dann wurde erstmal das Auto ausgeladen.

[Beschreibung des Grundstücks: Das Haus hat an der Hausfront einen sehr abschüssigen Parkplatz für max. 3 Fahrzeuge vor der Einzelgarage, die in das Haus integriert ist. Der Hintergarten ist ziemlich groß und ebenfalls leicht abschüssig (Englands südliche Landschaft ist unglaublich hügelig). Zum Haus: Das Haus ist eine Mischung aus Holz und Stein – Rohbau Stein, alle Böden im Haus haben Holzboden (Katastrophe, alles quietscht) mit Teppich überzogen oder verkachelt. Das Haus ist nicht unterkellert, der Wohnbereich befindet sich im Erdgeschoss und der 1. Etage (Erdgeschoss etwas größer). Der Dachboden ist nicht ausgebaut. Im Erdgeschoss befinden sich Küche mit integriertem Essbereich, ein kleines WC, Diele, Wohnzimmer, Esszimmer (wird aber nie genutzt), Speisekammer und eine winzige Abstellkammer. Das Wohnzimmer hat verglaste Türen zum Hintergarten. Die erste Etage besteht aus Gästezimmer (mein Zimmer), einem weiteren Gästezimmer – der so genannten „Abstellkammer“ (später mehr), dem Badezimmer mit separater Dusche, Simons Zimmer (mein Gastbruder) und Julias Zimmer, welches noch mal Zugang zu einem separaten Bad hat.]

Im Anschluss wurde auf der ersten Etage das Übergangszimmer für die kommenden 2 Wochen, die so genannte „Abstellkammer“ begutachtet (heißt auch nur so, weil bevor feststand, dass ich kommen und Nicolas Zimmer übernehmen würde, jeglicher Kram und Krämpel in diesem Zimmer seinen Platz eingenommen hatte). Für Englische Verhältnisse supergut! Das Zimmer war vollwertig, ca. 10 m², hat ein gemütliches Bett für 1 Person, einen großen Wandschrank und einen kleinen Schreib- und Nachttisch inkl. Fenster. Damit wäre ich auch zufrieden gewesen. J Letztlich sah ich dann, dass mein Zimmer, welches bis zu diesem Zeitpunkt noch Nicolas bewohnte, der ebenfalls McLaren Praktikant war und in 2 Wochen ausziehen würde, glücklicherweise noch etwas besser war. Wie im gesamten Haus auch (bis auf die verkachelte Küche, versteht sich) hatte dieses, mein zukünftiges Zimmer, den typisch hellbeigefarbenen englischen Teppichboden, jedoch gab es hier nicht ein kleineres, sondern gleich 2 größere Fenster (eins nach vorne, das andere nach hinten raus). Zudem hatte ich Aussichten auf einen verhältnismäßig großen Schreibtisch und separaten Computertisch mit Stuhl, dazu noch ein kleines Regal und eine Schlafcouch. Der Nachttisch als solcher fällt weg, würde aber durch den Computertisch bestens ersetzt. Der Schrank ist vergleichsweise nicht so groß, wie mein vorheriger, was aber auch nicht schlimm ist, da der andere so groß war, dass viele Sachen von meiner Gastfamilie darin gelagert wurden, so dass ich unterm Strich bei meinem jetzigen (begehbaren J) Kleiderschrank deutlich mehr Platz habe.

Zu guter letzt: Meine Gastfamilie. Ein Wort: Super! :) Verstehe mich seit 2 Monaten mit allen blendend und denke auch stark, dass das so bleiben wird. War mit Simon und div. Freunden bereits 2x abends weg und rede jeden Tag viel mit Julia – meistens übers Arbeiten. ;)

Dass ich am Samstag angekommen war, war super, da gerade ein bis zwei Stunden nachdem ich ankam, meine Gastfamilie kennen gelernt und ausgepackt hatte und tanken gefahren war, Nicolas nach Hause kam und mich direkt mit zum BBQ mit genommen hat, so dass ich bereits viele von der Arbeit kennen lernen konnte. Das BBQ hat auf dem Anwesen von 2 Festangestellten und deren Freundinnen von McLaren auf der Gartenterrasse statt gefunden –unglaublich, echt. Muss davon noch Fotos machen. Nur soviel: Eigener Tennisplatz im Garten. Fotos folgen. Das BBQ war jedenfalls super, viel gegessen, ne Hand voll Bier getrunken, aber trotzdem sofort voll gewesen, da ich 8 Stunden Autofahrt hinter mir hatte – dementsprechend fühlte ich mich auch ein wenig matschig und war froh, als ich meine erste Nacht in England verbringen konnte. Allzu lang konnte aber nicht geschlafen werden, da am nächsten Tag direkt der so genannte McLaren Family Day statt gefunden hat und wir um 10 Uhr dort verabredet waren (Fotos StudiVZ) – übrigens direkt auf dem Gelände vom Etoner Rowing Park (Der Rudersee eigens für die Studenten von Eton, wie z.B. auch mal Prinz William und Harry). Sehr interessant. Ein Event für – wie der Name schon sagt – die ganze Familie. Mit Kletterwänden, Fahrgeschäften (Autoscooter, Ranger etc.), Bogenschiessen, Tontaubenschiessen, Ruderwettbewerben, Bungeetrampolinen, natürlich der obligatorischen Ausstellung des Formel Eins Wagens von Hamilton / Alonso und neuen SLR Roadstern, Karikaturisten (falls es das Wort gibt ^^), Fressbuden, viielen Kinderattraktionen (Hüpfburgen, Rutschen etc.) und so weiter – bis auf eine geringe Entrance Fee und Verpflegung alles for free sponsored by McLaren (McLaren Mitarbeiter haben den Eintritt und 1x Essen & Trinken gestellt bekommen). War ebenfalls sehr lustig und super, da ich dort alle Leute vom Tag zuvor wie auch neue Leute gesehen habe und (weiter) kennen lernen konnte. Viele Fahrgeschäfte und Attraktionen später haben wir uns abends um ca. 18 Uhr vom Family Day verabschiedet und sind zur auf halbem Wege nach Hause liegenden Driving Range nach Silvermere gefahren. Ich habe es mir nicht nehmen lassen und auch einige Bälle geschlagen. Ca. 100 Bälle später weiß ich nun, dass Golfen definitiv nichts für einen untalentierten Grobmotoriker wie mich ist – und es sieht ja so leicht aus. :) Lektion dazu gelernt. Im Anschluss wurde bei Silvermere noch mit allen, die mit zum Golfen gegangen sind, gegessen (wir waren insgesamt ca. 7 Deutsche). Gutes Essen für englische Verhältnisse, auch preisleistungsverhältnismäßig. Dann verabschiedet, nach Hause schlafen.

Montag, mein erster Arbeitstag: Superklasse. Das Gebäude, in dem ich arbeite ist 2004 von Foster & Partners designed und erbaut worden, falls dies jemandem etwas sagt (der Kerl, der z.B. auch unsere gläserne Reichstagskuppel in Berlin und das Gebäude der Schweizer Rückversicherungen in London (das schwarze, gläserne Ei) designed hat). Unglaublich, sage ich nur! http://www.mclaren.com/ – oder auch vergleichbar mit dem Gebäude, in dem Will Smith in „Men in Black“ arbeitet, für alle, die den Film gesehen haben. Kein Witz! Super futuristisch, sieht echt einfach wahnsinnig aus. Das McLaren Technology Centre hat mehrere Awards gewonnen und war 2005 sogar für den Stirling Prize nominiert. Naja, jedenfalls war mein erster Arbeitstag super. Viele neue Gesichter, das Essen (Made by Absolute Taste, der Cateringfirma der insgesamt 7 Unternehmen der McLaren Group) in der Mensa ist für Englische Verhältnisse okay. Aber neben einem unbezahlten Praktikum im sehr teuren England (eine halbe Stunde weg von London) dann noch arme Praktikanten ausnehmen zu müssen ist mäßig fair. Wenigstens das Essen hätte man gestellt bekommen können, aber naja. J

Pausen haben wir lt. Vertrag eine (Mittag. 1 Stunde). Tatsächlich haben wir morgens Frühstückspause, 9.30–10 Uhr, mittags 12-13 Uhr und nachmittags Tee um 15–15.15 Uhr. Die Arbeiter der Produktion haben sogar noch von 18-18.30 Uhr Dinner, falls sie wollen. Alle Pausen sind natürlich freiwillig und die Anfangszeiten Richtwerte, aber im Groben richtet sich das tägliche Treiben in der Mensa danach. Das Gebäude ist in so genannte „Finger“ (längliche, große Räume) eingeteilt, welche die Räumlichkeiten für die Großraumbüros (1. Etage) bilden. McLaren Automotive Ltd. ist auf 2 Finger aufgeteilt. Neben McLaren Automotive finden sich noch McLaren Racing, McLaren Applied Technologies, McLaren Electronic Systems, McLaren Marketing, noch ein Unternehmen, auf das ich gerade nicht komme und wie gesagt Absolute Taste im Hauptsitz in Woking ein. Normalerweise würde ich ebenfalls in einer 4er-Box (jeweils 4 Personen mit PC in den Ecken von Quadraten) in einem Finger sitzen, jedoch wird momentan fleißig Staff rekrutiert, daher wurden die Praktis ausgelagert. ;) Genauer gesagt sitze ich jetzt im Erdgeschoss an einem der PCs, die in der Fertigung stehen.
Von wenig Produktnähe kann auch sogar bei einem so teuren Produkt eines Unternehmens, nämlich dem frisch produzierten Mercedes McLaren SLR Roadster für rund eine halbe Mio. EUR nicht die Rede sein – das heißt, dass wenn ich mit meinem Stuhl kippelte und hinten über fiel, dass ich geradewegs auf einen von circa 50 sich in der Werkshalle befindenden, handgefertigten SLR Roadstern knallen würde ^^ (auf dem Foto ist übrigens einer der Arbeitspätze zu sehen, an dem ich auch sitze J ). Gürtelschnallen- und Uhrenschutze sind daher Pflicht, um Schäden an den Wagen zu vermeiden. ;) Probefahrt ist übrigens bereits sicher. *Smile*

Ansonsten waren meine ersten zwei Wochen reine Einführungswochen, bei denen ich sämtliche Stationen des SLRs von der losen Kohlefaser im Produktionswerk des rohen Carbonchassis des SLRs in Portsmouth bis hin zum für den Kunden fertigen Produkt gesehen und größtenteils auch selbst daran mitgearbeitet habe. Tatsächlich als in das Unternehmen eingearbeitet würde ich mich jedoch erst jetzt langsam bezeichnen – die üblichen 2 Monate. Mittlerweile sind auch die im ersten Monat noch da gewesenen zwei anderen Logistikpraktis weg, so dass ich seit ca. 4 Wochen mehr oder weniger auf mich allein gestellt bin – und die Arbeit von 3 Praktis machen darf. J Daher auch der momentane Stress, weil durch die unmittelbar vergangene Markteinführung des Mercedes McLaren SLR Roadsters Mitte September dementsprechend viel zu tun ist, wie man sich denken kann. Meine hauptsächliche Tätigkeit befasst sich mit dem Supply Chain, der Qualität und Anlieferung der benötigten Teile für das SLR Interior und alle damit verbundenen Tätigkeiten, außerdem der Leistungskontrolle von uns wie auch unserem Zuliefererumfeld und Lager durch diverse wöchentliche und monatliche Reports, Sechs an der Zahl. Nächste Woche kommt eine weitere Praktikantin aus Dtlnd., so dass wir dann im Logistikbereich zu zweit sind, was eine angenehme Größe in Anbetracht des zu erledigenden Tagesgeschäftes ist. So werde ich mich dann hoffentlich auch mal langsam meinem Praktikumsbericht widmen können, der sehnsüchtig darauf wartet, geschrieben zu werden.







Normalerweise gehen wir ein- bis zweimal die Woche abends nach der Arbeit noch mal kurz ins „Sands“, ein Pub, welches eine Minute vom MTC (McLaren Technology Centre) entfernt ist. Es ist sowieso eher typisch für Engländer, direkt nach der Arbeit oder zumindest sehr früh weg zu gehen, da früher die gesetzliche Sperrstunde um 11 war. Heute ist diese Sperrstunde weitgehend aufgehoben oder zumindest nach hinten verschoben worden, aber wenn man vor hat, z.B. nach London zu fahren, wird die „Sperrstunde“ durch die letzten, fahrenden Züge um ein Uhr morgens ersetzt (wie gesagt: Engländer gehen früh weg, normalerweise zw. 8 und 9, wenn nicht direkt nach der Arbeit). Wir waren bislang 2x in London weg. 1x im so genannten „The Gardening“, nichts besonderes. Ein Laden, in den ich zuhause vermutlich nicht regelmäßig gehen würde, aber der Abend war lustig. Das 2. Mal waren wir in London in der ABSOLUT Icebar, was eine sehr sehr coole Erfahrung war (http://www.belowzerolondon.com/icebar/index.html). Man befindet sich in Designerüberwurfmänteln 45 Minuten lang in einer Bar, die komplett nur aus Eis besteht (Idee entstammt demselben Unternehmen, das in Schweden das Eishotel führt). Tatsächlich sind es nur 45 Minuten, was sich kurz anhört, allerdings ist einem in sommerartiger Kleidung bereits nach 30 Minuten kalt, so dass die 45 Minuten entweder lang werden können oder man vorher rausgeht. :) Wir sind geblieben, weswegen das Londoner Abendwetter uns danach in den ersten Minuten tropenwarm vorkam – was auch echt ein Erlebnis war. :) Im Eintrittspreis von 12 Pfund ist einer von vielen verschiedenen leckeren Longdrinks auf der Basis der gesamten Produktpalette von Absolut Vodka enthalten, falls man mehr haben will, muss man sich für einen weiteren Drink im Wert von 6 Pfund anstellen. Der Clou an der Sache ist, dass man keine regulären Gläser bekommt, wie in jeder anderen Bar, sondern 4-eckige Eiswürfel, die in der Mitte Aussparungen haben, um die entsprechenden Longdrinks einzufüllen. Sehr lustige Erfahrung (Fotos StudiVZ). Danach sind wir wie üblich gemäß englischer Manier noch was trinken gegangen, bevor es dann wieder heimwärts ging.

Letztes Wochenende waren meine vier Visitors (Bruder, Dad, Freundin & Wuuus ^^) da, die man als Mitarbeiter bei McLaren einmal pro Jahr an einem Wunschtag (wie gesagt: mit max. 4 Personen) innerhalb (und NUR innerhalb) der Racing Season ins MTC zu Besuch bringen darf. Ein treffendes Wort zu ihrem Besuch wäre „Begeistert“. J Wie gesagt: Produkte (SLR, F1 etc.) und Gebäude sind der Wahnsinn und alles in allem für mich bislang wirklich ein traumhaftes Praktikum. Freitag wurde nach Ankunft um 16 Uhr meinen Visitors planmäßig eine anderthalb Stunden dauernde Tour von mir durch das MTC gegeben und alle Abläufe und Details anhand des SLR Roadsters erklärt und mit Bezug zum Produkt gezeigt, danach wurde abends Woking unsicher gemacht. Am Samstag und Sonntag sind wir London besichtigen gegangen und haben das typische Must-Touristenprogramm absolviert (Harrods, Wachwechsel, Tower Bridge, Tower etc.). Abends waren wir dann … naaa? Richtig! In Pubs einen trinken :) (Fotos StudiVZ).

Ansonsten gibt es privat nicht allzu viel zu erzählen, da London wie gesagt recht teuer ist und man für einen mit deutschen Verhältnissen vergleichbaren Abend als armer, unbezahlter Praktikamnt ein halbes Vermögen ausgeben müsste. Ich bin gespannt, wie lange die mitgebrachte 3l-Flasche-Vodka ihren Dienst erweist. ;)

Morgen fahre ich wahrscheinlich nach Cardiff, Marie und Backi besuchen, da Isa und Doris sie dann auch noch besuchen kommen (für alle, die sie kennen). Im Zuge dessen werde ich mir dann direkt hoffentlich mal – zumindest einen Tag – die Stadt + Umgebung anschauen können.

Nächste Woche werde ich eventuell nach Deutschland fliegen und für mehrere Tage einige unserer Zulieferer koordinieren, so dass wir mit Sicherheit zur richtigen Zeit die benötigten Teile bekommen, die wir in der Produktion des SLRs brauchen und ohne die nicht weiter produziert werden kann. Über zu wenig Verantwortung kann ich also nicht klagen – und das als Praktikant. :)

Ansonsten stehen in der Zukunft noch England Rundreise (Das Ausmaß richtet sich nach der (frei-)zeitlichen Mgklt.) an, ein Cousin und eine alte Schulfreundin sind in England, die es beizeiten noch zu besuchen gilt und 2 Personen in London wollen noch Party machen gehen. Außerdem werde ich Anfang November (08.11.-11.11.) nach Dtlnd. zum Metro Meeting (08.11.) nach Duisburg fliegen (falls noch jemand dahin geht, sagt Bescheid) und bekomme Mitte November übers Wochenende weiteren Besuch, dazu aber sicher im nächsten Teil mehr, falls alles planmäßig geklappt hat und nichts dazwischen gekommen ist.

Viele Grüße aus Woking, England.










(Nein, Paris Hilton war nicht hier ;) – jedenfalls nicht, als ich hier war. Aber Rowan Atkinson a.k.a. Mr. Bean und Pharrell Williams, der US-Rapper – beide vor 2-3 Monaten, habe sie aber leider nicht gesehen.)

-- Ende Teil 1--

5 Kommentare:

Sebastian Römke hat gesagt…

Hi Carsten,

super geschrieben, das Praktikum scheint dir ja richtig spass zu machen.

Immer schön fleißig schreiben.

Grüße
Sebastian

Anonym hat gesagt…
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