Dienstag, 11. Dezember 2007

2nd Publishing - Fortsetzung der Berichtserie "Auslandserfahrungen in England"

Here we go,
im Folgenden der 2. Teil meiner Berichtserie über meine Auslandserfahrungen in England, zuerst jedoch der Nachtrag zum ersten Teil vom Freitag, 12. Oktober 2007 (überarbeitet Sonntag, 28. Oktober 2007):

Ich hatte vergessen, die mich täglich begleitende Dusche bei der Hausbeschreibung zu erwähnen. Die ist grausam und eine Erwähnung zwingend erforderlich. Kommt superwenig Wasser mit nahezu gar keinem Druck raus. Die gefühlte Reinheit nach dem Duschen lässt zu Wünschen übrig. ^^ Naja, sauber wird man trotzdem, auch wenn der Vorgang Ewigkeiten braucht – was dementsprechend aufgrund der konsumierenden Dauer des Duschens gar nichts fuer mich ist. Fand dieses mich täglich begleitende Detail dann doch noch mal erwähnenswert. ^^

Außerdem muss zum vorangegangenen Eintrag noch hinzugefügt werden, dass wir mit Fabian, der auch Prakti hier war und Markus, einem Freund von ihm, am Samstag, 8. September 2007, im Thorpe Park waren (www.thorpepark.co.uk/), ein Freizeit- bzw. Vergnügungspark. Das, was uns so sehr dorthin getrieben hat, war eine besondere Attraktion – laut Fabians Freund die bis Juni 2007 schnellste, demnach nun zweitschnellste Achterbahn Europas: „Stealth“. 0-130 km/h bzw. 0-80 mp/h in gut 2 Sek. ;) Absoluter Wahnsinn!!

Soviel zum Nachtrag, nun weiter im Geschehen hier in Woking und Umland im Zeitraum vom 13. Oktober 2007 – 10. Dezember 2007:

Wie vorausgesagt war ich Samstag, 13. Oktober 2007 bis Sonntag, 14. Oktober 2007 in Cardiff, Wales, und es war „Suuupa“, um es mit Backis Worten auszudrücken. :) Kulturmäßig habe ich bis auf die Innenstadt am Sonntag leider nicht allzu viel mitnehmen können, da die Zeit recht knapp war und allein der Weg One-Way nach Cardiff von Woking aus bereits 2.5 Std. betrug, aber dafür hatten Isa und Doris, die genau wie ich am selben Abend Backi und Marie bei ihnen besucht hatten, meine Wenigkeit und die beiden Gastgeber Spaß für 10! ;) Echt super Abend. An dem Samstagabend hat England mit 14:9 auch gegen Frankreich im Rugby-Halbfinale gewonnen, was natürlich alles noch ein bisschen besser gemacht hat, da die Stimmung einfach klasse war. :) Am Sonntag habe ich dann Isa und Doris mit zu mir genommen, die bei mir übernachtet haben, um so am nächsten Tag früh morgens nach London gehen zu können und noch etwas von der Stadt zu sehen, bevor nachmittags ihr Flug nach Hause ging.

Am darauf folgenden Wochenende war am Samstag, 20. Oktober 2007 das Rugby Finale mit England gegen Südafrika. Leider hat England klar und deutlich verloren (6:15). Die Stimmung wurde verständlicherweise einen Tag später am Sonntag, 21. Oktober 2007, und dem großen Preis von Brasilien (Letztes Formel-1-Rennen in der Formel-1 Saison 2007 und entscheidend über Sieg oder Niederlage bei McLaren bzw. Ferrari) nicht unbedingt besser: Englands Chance, die Formel-1-WM seit nunmehr 9 Jahren endlich (!) mal wieder mit McLaren zu gewinnen (mit folgender Ausgangssituation: Hamilton vor dem letzten Rennen in Brasilien bereits in der Gesamtwertung auf Platz 1 (!) mit Alonso (ebenfalls McLaren) auf Platz 2 und Raikönnen auf dem 3. Platz, am Renntag sogar noch von Platz 2 startend mit Massa vor sich und der einzigen Verbindlichkeit, MINDESTENS den 5. Platz zu machen) wurde leider vollstens vertan!! Ärgerlich! Hätte ne riesen Party gegeben. ;) An diesem Wochenende hat England sich definitiv nicht mit Ruhm bekleckert.

Wie angekündigt, ist meine neue Kollegin Christina jetzt seit Montag, 22. Oktober 2007, bei McLaren Automotive Ltd. im Logistics Department und seitdem ist alles angenehmer. Wie üblich hat auch sie ihren Zwei-Wochen-Einarbeitungsplan im Zuge der Einarbeitungsphase durchlaufen. Im Anschluss wurde sie von mir eingearbeitet, ist nun seit einigen Wochen vollwertige Arbeiterin. Dadurch konnten wir die seit 6 Wochen komplett von mir alleine erledigte Arbeit unter uns aufteilen, was eine dementsprechend entspannende Wirkung hatte. :) Alles läuft super mit ihr zusammen, wir verstehen uns gut, helfen einander, wenn nötig und arbeiten als gutes Zweierteam mit Motivation und Spaß an der Arbeit zusammen. Auch ist zeitgleich mit Christina der neue After-Sales Praktikant angekommen, Alexander. Mit ihm verstehen wir uns ebenfalls sehr gut und haben viel Spaß zusammen – eine ebenfalls große, soziale Bereicherung für uns, nachdem meine beiden Vorgänger Florian und Sven bzw. Fabian und Nicolas uns leider nach ihren 6 Monaten Praktikum im September verlassen haben.

Dadurch, dass die Arbeit nun mehr oder weniger halbiert wurde, habe ich im Produktions- und Lagerbereich 2-3x ausgeholfen. Dort einen mehrfachen Einblick zu erhalten und damit weiterführend das Verständnis über die Unternehmensstrukturen, Prozesse und das Produkt zu erweitern, war ebenfalls sehr interessant und hilfreich im Unternehmenssinne. Außerdem sehr lustig war die damit verbundene Aufgabe, diverse Male mit dem logistikeigenen Rechtslenker Kastenwagen mit Schaltung zu fahren – an den Linksverkehrt hat man sich mit dem eigenen Auto in den ersten 2-3 Wochen ja sowieso schon gewöhnen müssen. ;) Anfängliche Probleme hat nur der große Sprinter unter selben „englischen“ Fahrvoraussetzungen bereitet. Sehr unübersichtlicher Wagen. :)
Postskriptum: Christina, ich lasse dich nie wieder fahren, wenn ich dabei bin!! Wir hätten sterben können!! :D

Freitag, 26. Oktober 2007, war der Geburtstag meiner Landlady. Neben riesiger Freude über eine kleine Aufmerksamkeit von mir als ihrem Lodger, Untermieter, in Form von einem Strauss Blumen habe ich aber trotz Einladung zu einem riesigen Essen bei uns Zuhause im Kreis der Familie und den engsten Freunden nichts mitbekommen, da wir abends nach Woking gegangen sind, wo Payday- und McLaren Racing Friday war. McLaren Racing Friday deswegen, weil die Racing Season vorbei und dies das erste Wochenende danach zum Feiern war – trotz eines verbesserungswürdigen, sehr ärgerlichen 2. Platzes.

Am Samstag, 3. November 2007, war hier „Bonfire Night“ a.k.a. „Guy Fawkes Night“ a.k.a. „Fireworks Night“ (immer am Wochenende um die eigentliche Bonfire Night am 5. November). Mit dieser Festivität wird zelebriert, dass im 17. Jahrhundert der Versuch der Sprengung des House of Parliament in London vereitelt wurde. Wir wollten uns das Spektakel, welches im ganzen Land mit einem riesigen Lagerfeuer, Feuerwerk und einer Art kleinem Jahrmarkt, Kirmes o. Ä. statt findet, nicht entgehen lassen, sind aber leider um circa 21h aufgetaucht, als das Event gerade zu Ende war (wie gesagt: Die Engländer sind in allem sehr früh). Andererseits ist dies als ein Familienevent gedacht, was das frühe Ende dessen wiederum rechtfertigte. Naja. Wir sind dann zu Francis, einem englischen Arbeitskollegen gefahren und haben Trinkspiele gespielt – auch gut. :) Ich natürlich nicht, ich war der vernünftige Fahrer. ;)

Die Aussichten auf einen Besuch bei zwei Zulieferern in Deutschland waren leider, wie mittlerweile so einige Male festgestellt, nur leere Versprechungen, von denen man dann nie wieder was hörte. Sehr schade! Werde versuchen, da trotzdem dran zu bleiben und noch etwas diesbezüglich zu erreichen, auch weil sich demnächst eine sehr gute Situation bieten wird, in der sich eine neue Überlegung dessen anbietet, aber ich bezweifle, dass es irgendwann noch mal dazu kommen wird. Naja. English way of business. Get used to it!

Das Metromeeting am 8. November 2007 in Duisburg, Germany, war sehr interessant, gut organisiert und hat mich wirklich weitergebracht. Mein Blickwinkel für die Handelsbranche ist nun ein wesentlich Interessierterer und Überlegungen über ein etwaiges Praktikum innerhalb der Metro Group mit Vorliebe bei Cash & Carry stehen bereits an. Anknüpfend an dieses habe ich natürlich die Chance genutzt, nach einem wohltuenden Katerfrühstück und nach der Abreise aus dem Hotel am Freitagmorgen das Wochenende zuhause zu verbringen. Sorry an dieser Stelle aufgrund aller Absagen, die ich einigen erteilen musste, aber diese Auszeit brauchte ich echt mal von der Arbeit, um bei meiner Freundin, meiner Family und meinen engsten Freunden zu sein. Das traumhafte Wochenende schloss sich schließlich, als ich dann am Sonntagabend am Düsseldorfer Flughafen stand und feststellen musste, dass mein Flug nach London Heathrow 1.5 Stunden Verspätung hatte. :) Vielen Dank an dieser Stelle an Sven, der sich ohne Wenn und Aber ganz flexibel und unkompliziert auf die verspätete Landung umstellte und mich trotzdem mit stets guter Laune pünktlichst von LHR abholte und zu meinem englischen Zuhause brachte. :) Cheers!

Weiterhin war wie angekündigt Herr Böker von Freitagmorgen, 16.11.2007, (hatte mir einen Tag frei genommen) bis Sonntagnachmittag, 18.11.2007 auf Kurztrip nach England da. Giving a short summary, wir sind Freitag nach Begrüßung am Flughafen und Ablage der Reisesachen bei mir zuhause in London gewesen, um danach dann abends in den Geburtstag von Sven G. in Woking reinzufeiern. Superlustiger Abend. :) Samstag dann wieder in London gewesen, kurz vier Freundinnen von Böker getroffen und bei Harrods reingeschaut, um anschließend in Jamie Olivers Restaurant „Fifteen“ zu speisen. Unglaublich! Das 7-Gänge-Menü war der Wahnsinn und die Erfahrung bereits jeden Penny wert! :) Am Sonntag entspannt und gekocht, bevor es dann für ihn wieder nach Heathrow Richtung heimwärts ging. Super Wochenende, viel Spass gehabt! Was great having you here!

Weitere Erlebnisse und gemachte Erfahrungen, die zu erwähnen sind:
Endlich habe ich einen Einblick von außen wie von innen in den McLareneigenen Windtunnel, der lt. eigener Aussage der größte für automobile Zwecke weltweit ist, arrangieren können. Sehr interessant mit anzusehen war auch, dass wir den Windtunnel (mit einer Spitzengeschwindigkeit von 216 km/h, wenn ich mich richtig entsinne) zuerst von innen und dann von außen besichtigt haben, als er gerade in Betrieb genommen wurde. Seeehr cool!! Überdimensional große 4-Meter-Schaufelräder, die diese Windkraft verursachen. Wahnsinn! Als kleines Detail sei angemerkt, dass dieser zu diesem Zeitpunkt in Betrieb genommen wurde, weil Tests stattfinden mussten – an keinem geringeren Wagen, als am Formel-1 Wagen für die Rennsaison 2008. Nice, auch dieses mal als Insider vor allen anderen und sogar noch im Windtunnel gesehen zu haben! :)

Hamilton ist winzig. Ist zwar klar, Schumi und alle Formel-1 Fahrer sind ja auch nicht groß, aber trotzdem lustig zu sehen. :) Der schwirrt hier häufiger mal im Gebäude bzw. in der Cafeteria rum. ;) Hat auch einen Teil der Abschlussrede zur Rennsaison übernommen, die von Ron Dennis in der Mensa gehalten wurde.

Ich war mittlerweile wenigstens bei einem Supplier von uns, 2.5 Std. nördlich in den English Midlands. Sehr interessant, riesiges Unternehmen, Wahnsinns Produktportfolio! Everything else is confidential, sorry. ;)

Habe am 21. November 2007 meine Uhr erhalten, leider jedoch schon wieder zurück schicken müssen, da zwei Fehler aufgetreten sind. Vor Weihnachten werde ich sie aber lt. Hersteller wieder haben. We’ll see.

Die Skills as Hausmann (Einkaufen, Buegeln, Waschen, Flecken entfernen, Knoepfe annaehen, Staubsaugen etc. etc.) werden mittlerweile in Perfektion beherrscht, ;) allerdings hadere ich noch beim Kochen. Das Problem ist hier, dass man zum Kochen basically Mut braucht. Mut, der beim Fehlschlagen ungeniessbar und teuer ist, daher gestaltet sich dieser Skill etwas schwieriger, als vorher gedacht, aber naja. We’re getting there. ;)

Fotos vom Haus bzw. vom Garten werden noch folgen, allerdings ist das Wetter (logischerweise) jetzt leider nicht mehr so schön und anfangs denkt man bei allem Neuen um einen rum natürlich nicht wirklich daran. Naja, kommt noch. ;) Was ich allerdings durchaus bereits mal zeigen kann, ist der wahnsinnige Ausblick, den ich an so manchem Morgen von meinem Zimmerfenster aus habe bzw. wenn ich in der Früh zur Arbeit die Haustüre öffne. ;) Dazu sei gesagt, dass dieses Bild in keiner Weise digital bearbeitet wurde.

Die Englandrundreise wie auch mein gewünschter Besuch meines Cousins stehen noch an, scheinen aber immer schwieriger erreichbar zu sein. Mein Bericht macht sich langsam als unerledigt bemerkbar und ich muss und will dringend Ergebnisse diesbezüglich erreichen. Dies allerdings ist bei immer weniger verbleibender Zeit hier in England schwierig miteinander zu vereinbaren, da der Bericht wiederum sehr zeitintensiv ist und ich es bei so kurzer Zeit in Deutschland, die dann auch noch auf NRW und Bayern zweigeteilt werden muss, als höchst unrealistisch ansehe, über Weihnachten und Neujahr an diesem Bericht zu sitzen. Mehr dazu also im dritten Teil der Berichtserie über England und mein Praktikum.

Ebenso hat die Testfahrt im SLR Roadster noch nicht statt gefunden, kommt aber definitiv noch. Ich werde die Fahrt in Dunsfold absolvieren, was mich sehr glücklich stimmt, da dies ebenfalls die offizielle Teststrecke des Englischen TV- und Print-Automagazins „TopGear“ ist – superberuehmt und beliebt hier, für alle, denen es nichts sagen sollte. ;) 1x bin ich auch bereits schon dort gewesen, um mir die Kundenprozedur anzusehen – sehr interessant und beneidenswert, wenn man das nötige Kleingeld für einen Wagen hat. ;)

Zudem steht eine Fahrt im neuen S65 AMG (4.4 Sek 0-100, 612 PS BiTurbo, wenn ich mich nicht irre) und Maybach 57 („nur“ 5.2 Sek. 0-100, aber da gehts natuerlich auch um andere Werte ;)) an, worauf ich mich ebenfalls SEHR freue. Diese Gelegenheiten bekommt man sicherlich ebenfalls nicht alle Tage, dachte ich mir, also wird das in naher Zukunft auch arrangiert werden. ;)

Kommendes Wochenende werde ich wieder Besuch bekommen, dieses Mal sozusagen in Retour von Backi und Marie, die von Sonntag, 16. Dezember 2007 – Dienstag, 18. Dezember 2007 bei mir zu Gast sein werden. Neben der Arbeit ist hier natürlich immer was los – as usual, sozusagen. ;)

Freue mich immer über Feedback! Gehabt euch wohl aus Woking, ihr Lieben! ;)


Carsten

-Ende Teil 2-

Keine Kommentare: